Unverbindlich anfragen:

Wir entsorgen keine Eternitplatten

Ab einer Flächengröße von 50qm erstellen wir gerne einen Kostenvoranschlag für Sie

Doralin - stock.adobe.com

Wie erkennen Sie Asbest in alten Bodenbelägen?

Alte Böden in Bestandsimmobilien wirken oft solide und unauffällig, doch häufig verbirgt sich hier ein unsichtbares Gesundheitsrisiko. Asbest lässt sich in vielen Bodenbelägen, die vor 1990 verlegt wurden, und im dazugehörigen Kleber nachweisen. In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie einen Verdacht erkennen, wo die Grenzen der optischen Beurteilung liegen und welche Schritte Sie als Nächstes einleiten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Asbesthaltige Bodenbeläge und Kleber wurden in Deutschland bis zum Verbot 1993 verbaut und finden sich häufig in Immobilien aus den 1950er bis 1980er Jahren.
  • Besonders häufig betroffen sind Vinyl-Asbest-Platten (Floor-Flex-Platten), PVC-Böden sowie schwarze, bituminöse Kleber.
  • Optische Merkmale wie Plattenformat oder Kleberfarbe liefern Hinweise, sind aber keine verlässliche Grundlage für eine Einschätzung ohne Laboranalyse.
  • Eigenständiges Entfernen asbesthaltiger Beläge ist gefährlich und gesetzlich verboten, da dabei Asbestfasern freigesetzt werden können.
  • Bei Asbestverdacht ist eine fachgerechte Beprobung durch Spezialisten der einzig sichere Weg zur Klärung.

Warum gerade ältere Flexplatten und Kleber oft Asbest enthalten

Asbest galt jahrzehntelang als idealer Baustoff: hitzebeständig, reißfest und günstig in der Herstellung. Im Bodenbereich wurde das Material deshalb vor allem für sogenannte Floor-Flex-Platten, Vinyl-Asbest-Platten und PVC-Böden eingesetzt. Auch die dazugehörigen Kleber enthielten häufig Asbestfasern, um die Haftung und Belastbarkeit zu verbessern.

Der Einsatz war in Deutschland bis 1993 erlaubt und verbreitet. Gebäude, die zwischen den 1950er und den frühen 1990er Jahren errichtet oder saniert wurden, weisen daher ein erhöhtes Risiko auf. Gerade in Schulen, Gewerbeobjekten und Mehrfamilienhäusern dieser Baujahre wurden asbesthaltige Beläge flächendeckend verwendet. Mit zunehmendem Alter des Gebäudes steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass beim Umbau asbesthaltiges Material zum Vorschein kommt.


Diese optischen Merkmale können auf Asbest hindeuten

Ein optisches Merkmal allein verrät Asbest nie mit Sicherheit, aber es gibt typische Warnzeichen, die Sie hellhörig machen sollten. 

Typische Erkennungszeichen bei Flexplatten und Kleber:

  • Plattenformat: Floor-Flex-Platten und Vinyl-Asbest-Platten haben häufig ein Format von 25 x 25 cm oder 30 x 30 cm.
  • Optik der Platten: Oft gemustert mit marmorierter oder geäderter Oberfläche in gedeckten Farbtönen wie Grau, Beige oder Dunkelbraun.
  • Schwarzer Kleber: Ein teerartiger, schwarzer Kleber unter dem Belag ist ein klassisches Warnsignal.
  • Dicke des Belags: Asbesthaltige Platten sind häufig dünner als moderne PVC-Fliesen und wirken spröde.
  • Fußbodenspachtel: Auch ältere Spachtelmassen unter dem Belag können asbesthaltige Füllstoffe enthalten.

Warum Sie sich niemals allein auf das Aussehen von Bodenbelag verlassen sollten

Asbestfasern sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Selbst erfahrene Fachleute können anhand der Optik allein nicht sicher bestimmen, ob ein Boden oder Kleber Asbest enthält. Nur eine Laboranalyse einer fachgerecht entnommenen Probe liefert Gewissheit.

Die eigentliche Gefahr entsteht beim Umgang mit dem Material. Wer asbesthaltige Beläge eigenständig aufnimmt, schleift oder bearbeitet, setzt mikroskopisch kleine Asbestfasern frei. Diese Fasern sind lungengängig und können nach Inhalation schwere Erkrankungen wie Mesotheliom oder Lungenkrebs verursachen. Das Risiko ist nicht auf den Moment der Bearbeitung begrenzt: Freigesetzte Fasern können sich im Raum verteilen und über lange Zeit in der Raumluft verbleiben.

Das eigenständige Entfernen asbesthaltiger Böden ohne Fachkenntnisse und Schutzausrüstung ist zudem in Deutschland gesetzlich verboten.


FAQ

Riecht oder färbt sich asbesthaltiger Kleber anders als normaler Bodenkleber?

Nein. Asbesthaltiger Kleber hat keinen charakteristischen Geruch und verändert seine Farbe nicht auf eine Weise, die auf Asbest hinweist. Der schwarze, bituminöse Kleber riecht in manchen Fällen harzig oder teerartig, aber das ist kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. 

Sind auch Teppichkleber häufig asbestbelastet?

Ja. Auch ältere Teppichkleber, die bis in die 1980er Jahre verwendet wurden, können Asbest enthalten. Besonders betroffen sind stark bindende Dispersionskleber und bituminöse Kleber aus dieser Zeit. Bei Renovierungen in Bestandsgebäuden sollten daher alle Kleberrückstände unter alten Teppichböden in die Verdachtsprüfung einbezogen werden.


Ihr nächster Schritt bei Verdacht auf Asbest im Boden

  • Bereich nicht bearbeiten: Lassen Sie den Belag unberührt, bis eine Einschätzung durch Fachleute vorliegt.
  • Baujahr und Unterlagen prüfen: Bauakten, Grundbuchauszüge oder Revisionspläne können erste Hinweise auf verbaute Materialien liefern.
  • Fachkundige Beprobung beauftragen: Keine Eigenentnahme von Proben.
  • Asbesttest im Labor durchführen lassen: Akkreditierte Labore analysieren das Material und geben ein rechtssicheres Ergebnis aus.
  • Sanierungsplanung einleiten: Bei positivem Befund erfolgt die fachgerechte Sanierung durch zugelassene Fachbetriebe nach TRGS 519.

Als Fachbetrieb für Asbestsanierung in Krefeld und darüber hinaus unterstützen wir von der FLP Interraum GmbH Sie von der ersten Einschätzung bis zur fachgerechten Sanierung. Wir bieten auch den Verkauf und die Verlegung von Bodenbelägen an, damit Ihr Boden nach der Sanierung wieder sicher ist und optisch ansprechend aussieht. Sprechen Sie uns an.